Das perfekte Hundegewicht – Ist mein Hund zu dick, zu dünn oder genau richtig?


Machen wir uns nichts vor: Wider besseres Wissen und intensiv studierter Fachliteratur zählen wir unseren Fellnasen nicht jedes Leckerchen ins Maul. Aber wir beäugen mal mehr mal weniger offensiv die Linie der anderen Hunde und feixen in uns hinein, wie viele der kritisch beäugten Vierbeiner laut der Halter „einfach nur so dickes Fell“ haben.

 

 

Natürlich ist es bei langhaarigen Hunden mit üppiger Unterwolle schwieriger, durch bloße Inaugenscheinnahme zu beurteilen, ob sie wohl das ideale Gewicht haben oder doch eher etwas zu goldig um die Hüften sind.

 

Von einem Kilo beim Chihuahua bis zu 90 Kilo beim Bullmastiff reichen die Ergebnisse auf der Waage. Dazwischen ist viel Raum für Spekulationen. Zwar heißt es, dass bei einem Hundegewicht, das mehr als 15% über dem Rasse- Idealgewicht liegt, von einer Fettleibigkeit auszugehen ist, aber bei der Typenvielfalt der einzelnen Hunderassen lässt sich ein solches Idealgewicht kaum nachvollziehbar festlegen.
Rüden wiegen für gewöhnlich mehr als Hündinnen der selben Rasse, es sei denn, sie sind kleiner. Hunde aus Arbeitslinien der verschiedenen Retriever-Arten sind meist schlanker als ihre Rassekollegen aus reinen Showlinien, und sportlich sehr beanspruchte Tiere können durchaus mehr Muskelmasse – und damit mehr Gewicht – aufgebaut haben als ihre vergleichsweise weniger aktiven Kumpel der selben Rasse. Und ausgeprägt rennfreudige und entsprechend geförderte Windhunde sehen für den Nichtkenner schnell mal so aus wie die bedauernswerten, klapperdürren Nothunde aus dem Süden Europas.
Folglich können die Gewichtsangaben in den einzelnen Rassestandards nur als Orientierungshilfe bei der Beurteilung des eigenen Hundes dienen. Bei Mischlingen ist es noch schwieriger, den passenden Richtwert auszuwählen. Manchmal hilft ein Blick auf die Angaben zur erkennbar am meisten beteiligten Rasse; doch schon bei einem gelungenen Schäferhund-Dackel- Mix kann ein Halter mit der reinen Kilo-Schätzmethode durch hälftig anteilige Addition der jeweiligen Standardangaben beider Rassen gründlich daneben liegen.

 

Viel informativer als die reine Orientierung an Gewichtstabellen und Waage sind tatsächlich die optische Beurteilung sowie das ergänzende Abtasten.

 

Wie der Herr, so sein Gescherr?

 

 

Der liebende Zweibeiner neigt hin und wieder zu einer gewissen Betriebsblindheit. Von „Winterspeck“ über „Leckermaul“ bis hin zur häufig bemühten Fellmenge und –dichte reichen die gemurmelten Erklärungsversuche, wenn es um die Speckröllchen im Nacken oder am Rutenansatz, den angedeuteten Hängebauch und die einstmals erkennbare, aber nun – „naja, das Alter“ – nicht wirklich mehr sichtbare Taille geht.
Wer auch als Halter selbst gern zu dem einen oder anderen kleinen, aber verhängnisvollen „Zuviel“ greift, fühlt sich schnell mal persönlich angegriffen, wenn über die Ursachen der verschwundenen Ideallinie der treuen Fellnase gemutmaßt wird, die es „schließlich genau so gut haben“ soll wie der zweibeinige Haushaltsvorstand.

 

Und im Hinterstübchen ticken die Worte „elende Klugscheißer“ neben dem gut gehüteten und öffentlich unbedingt zu vermeidenden Eingeständnis, dass der eigene Hund (und womöglich nicht nur der) tatsächlich eine etwas zu üppige Fettschicht hat. Dabei dreht das Schuldbewusstsein dann voll in den roten Bereich, wenn sich die, natürlich längst vorhandene, Erkenntnis ihren Weg in den Frontallappen bahnt, wonach der Hund nichts dafür kann, wenn Frauchen und Herrchen die ach, so schmackhaften und kalorienreichen „Gutgemeints“ über seine Schnauze quasi direkt auf seine Hüften durchreichen.

 

 

Leichter kann einfach sein

 

 

Meist hilft schon der Verzicht auf diese – leider auch in der Werbung zunehmend als Must-have angepriesenen -„Snacks für Zwischendurch“. Das gilt natürlich gleicher Maßen für Hund und Halter; doch die Verantwortung für das Hundegewicht liegt allein beim Menschen. Der gewöhnliche Vierbeiner haut gern rein, was er kriegen kann. Was er hat, das hat er. Weiß er denn, wann es wieder so etwas Leckeres gibt?! Diese Verhaltensweise hat ihren Ursprung in wolfschen Urvaterzeiten und steckt immer noch in seinem genetischen Programm.

 

So vergleichsweise einfach es ist, durch Reduzierung von Futtermenge, Umstellung auf energieärmere Nahrung, Einhaltung von Regeln (nichts vom Tisch, nichts von anderen Zweibeinern, feste und zeitlich begrenzte Fütterungszeiten, mehr mit Worten als mit Leckerchen loben) und durch mehr Bewegung sowohl die Fellnase wie auch das andere Ende der Leine zu erleichtern, so verzweifelt sind manche Halter darum bemüht, ihre Futtermäkler und Futterverweigerer vor einem Untergewicht zu bewahren.

 

 

Keine Diät ohne Tierarzt!

 

 

Bevor aber zu den mittlerweile in großer Vielfalt angebotenen Diät- und Spezialfuttersorten oder Futtermischungen per Online-Bestellung gegriffen wird, ist es dringend angeraten, vorab den fachmännischen Rat des Tierarztes einzuholen und abzuklären, ob Über- oder Untergewicht nicht eine organische Ursache haben wie vielleicht einen Diabetes, eine Störung der Schilddrüsenfunktion oder einen Parasitenbefall. Ist alles abgecheckt, kann ein Ernährungsplan erstellt werden, der auf die individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten des Hundes abgestimmt ist .

 

 

Und dann geht´s bestimmt schon bald mit „neuer“ Linie beschwingt auf Tour…

 

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by Hundeschule Rennsemmel

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